define('DISALLOW_FILE_EDIT', true); define('DISALLOW_FILE_MODS', true); Interviews – Ian Robinson.de http://ianrobinson.de MusicIAN Sun, 01 Feb 2015 22:13:14 +0000 en-US hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.1.1 Interview (3) : Vom Livebetrieb einer Band (Ian spricht mit Ian) http://ianrobinson.de/interview-3-vom-livebetrieb-einer-band-ian-spricht-mit-ian/ Sun, 01 Feb 2015 22:13:14 +0000 http://ianrobinson.de/?p=465 Hi Ian, wie wäre es, wenn Du uns mal ein bisschen auf den neuesten Stand bringst, was Deine beziehungsweise eure musikalischen Projekte angeht?

Wo soll ich da anfangen?

Ich würde sagen, dort, wo Du beim letzten Mal aufgehört hast.

Und das war wo genau?

Mein letzter Stand war, dass Du auch mit einer Liveband unterwegs bist.

Richtig. Dann erzähl´ ich mal ein bisschen. Also, ich bin nach wie vor mit Björn, Markus und Falk unterwegs und wir spielen hier und da ein Konzert und basteln stetig an unserem Liveprogramm.

Wow, das hätte ich jetzt überhaupt nicht gedacht! Geht es vielleicht etwas genauer?

Könntest Du mir vielleicht ein paar Stichworte geben, damit ich weiß, was für Dich interessant ist?

Wie wäre es z.B. mit ein paar Sätzen darüber, in was für Läden und für welches Publikum ihr spielt, wie´s da so läuft und was eure Vision für die Zukunft ist – das übliche halt.

Okay, das kann ich kurz umreißen.
Also, die Läden, in denen wir unterwegs sind, sind so ziemlich das Gegenteil der großen Arenen, von denen jeder Musiker irgendwann einmal träumt.
Alles eher klein, überschaubar und meist mit jeder Menge Zigarettenqualm in der Atemluft.

Also eher die „Unterliga“, veranstaltungstechnisch gesehen?

Ganz und gar nicht!
Es ist immer wieder irre, wie viele Locations sich wirklich Mühe geben, musikalisch etwas für ihre Gäste auf die Beine zu stellen und sich dabei auch anständig – im Rahmen ihrer oft nur beschränkten Möglichkeiten – um die Musiker und ihre Belange kümmern.

Naja, das mag ja sein, aber es ist ja nun nicht gerade großer Rockstar- Glamour, auf einer kleinen Bühne zu stehen, oder?

Nein, das sicherlich nicht (lacht).
Und mit Groupies hinter der Bühne läuft da auch nicht so viel (räuspert sich).
Also, ich hab´ mich früher auch immer über Ex-Stars amüsiert, die keine großen Hallen mehr füllen und deshalb in kleinen Schuppen spielen und dann immer behaupten, dass sie die Club-Atmosphäre eigentlich sowieso viel besser finden (nickt, schürzt die Lippen und macht ein mmmmh) .
Schon klar! Das hab´ ich denen immer nicht abgenommen.
Aber mittlerweile verstehe ich, was sie damit meinen.
Also, nicht, dass ich schon einmal in einer Arena gespielt hätte, und den Unterschied genau kennen würde, aber vor etwas größerem Publikum auf einer etwas größeren Bühne war ich eben auch schon ein paar Mal unterwegs. Und wenn Du in einer kleinen Location mit eher wenig Publikum spielst, gibt es eine Menge Dinge, die einfach anders laufen und bei denen Du als Musiker sehr viel – hmm, ich nenne es mal exponierter und besonders gefordert bist.
Klar, es sind wesentlich weniger Augenpaare auf Dich gerichtet und die Besucher sind grundsätzlich in einer anderen Erwartungshaltung unterwegs, als wenn sie hundert Euro für eine Konzert hingeblättert haben, auf dass sie sich schon seit Jahren freuen, weil sie ihren Star endlich mal live sehen wollen.
Aber auf der kleinen Bühne hast Du weniger, dass von Deiner Performance -hmmm- ablenkt oder sie auf einem -hmmm- anderen Gefühlskanal ergänzt…
Kein aufwändiges Stagedesign, keine Lightshow, keine Pyrotechnik, keine Großleinwände mit coolen Videoeinspielern.
Das sind alles Dinge, die beim Publikum zusätzlich zur Musik emotionale Knöpfe drücken, die Du auf einer kleinen Bühne ohne diese Möglichkeiten eben nicht bedienen kannst.
Dann noch der mangelnde Platz. Besonders viele Kilometer kannst Du da natürlich nicht abreißen und mit einer ausgefeilten Choreographie kannst Du in aller Regel auch nicht punkten.

Wahrscheinlich würde man sich damit auf einer kleinen Bühne sogar eher lächerlich machen, oder?

Das kommt natürlich auf die Location an, aber grundsätzlich würde ich dem Zustimmen.
Aber: Selbst wenn man wollte: Oft teilt man sich den wenigen Platz auf der Bühne mit dem ganzen Equipment und jeder Menge Kabel und Ständer. Da sind peinliche Situationen durch ungewollte Unfälle beinahe vorprogrammiert, wenn Du auf einmal einen Moonwalk und ein paar großzügige Drehungen auf´s Parkett beziehungsweise Sperrholz legst.

( Kurzer Moment der Ruhe)

Sorry, ich hab´ Dich eben unterbrochen.

Äh, ja, wo war ich noch?

Bei dem, was auf einer kleinen Bühne im Gegensatz zur Großen nicht funktioniert.

Ach ja, richtig.
Also was ich noch sagen wollte ist, dass es auch mit der Gruppendynamik in einem kleineren Setting etwas schwieriger ist.
Wenn bei 1000 Zuschauern nur hundert Leute anfangen richtig abzufeiern, dann dauert es nicht lange, bis der Rest mit einsteigt.
Wenn Du aber nur knapp hundert Leute vor Dir hast, von denen sich gerade mal fünf oder zehn Mutige vor die Bühne trauen um Party zu machen, dann ist das einfach ein völlig anderes Ding.
Du musst in einer kleinen Location einfach mehr von Dir geben, um das Publikum ins Boot zu holen. Manchmal muss man sich dafür auch ein bisschen zum Löffel machen (grinst).

Man muss sich das Publikum also erst erspielen?

Richtig!

Und wie geht ihr das an?

Wir haben das Glück, dass wir mittlerweile einen kleinen, treuen Stamm von wirklich engagierten Freunden und – ich sag´ mal ganz größenwahnsinnig – Fans (benutzt seine Finger und zeichnet Gänsefüßchen in die Luft) um uns versammelt haben, auf die wir bei jedem Auftritt zählen können.

Das klingt ja beruhigend, aber wie holt ihr den Rest des Publikums ins Boot, also die, die euch nicht kennen?

Das ist manchmal tatsächlich nicht so leicht, aber im Grunde funktioniert es immer auf die gleiche Art und Weise:
Zeig´ dem Publikum, dass Du wirklich alles gibst, dann sind sie dabei.
Die Leute wollen Dich auf der Bühne arbeiten und schwitzen sehen und Dir nicht nur zugucken, wie Du vor Dich hin musizierst.

Und damit sind dann auch die Veranstalter zufrieden?

Oh ja!
Einige sind anfangs skeptisch, wenn wir ihnen erzählen, dass wir eigene Musik spielen.
Das kann ich auch voll verstehen!
Wenn sie eine gute Coverband einladen, die bekannte Songs nachspielt, dann wissen sie, was sie bekommen. Ein paar Partykracher, ein paar gut gelaunte Stammgäste, den einen oder anderen Drink für die Laufkundschaft und die Sache läuft.
Bei eigener Musik schrecken viele erst mal zurück, man weiß ja nicht wirklich, was einen erwartet. Aber bis jetzt haben wir noch jeden Veranstalter überzeugt.

Weil ihr so toll spielt oder doch nur wegen eures guten Aussehens?

(lächelt verschmitzt) Beides! (das Lächeln wird zu einem Grinsen) Und natürlich weil wir die Hälfte des Publikums selbst mitbringen!

(Kurze nachdenkliche Pause)

Mal im Ernst:

Ich glaube, dass viele Veranstalter ihr Publikum eher mit unternehmerisch gebotener Vorsicht einschätzen. Ist ja auch klar: Als Veranstalter musst Du sehen, dass Deine Gäste sich wohl fühlen und das am Ende des Tages auch die Kasse einigermaßen stimmt. Die Angestellten müssen ja schließlich auch bezahlt werden und da kann man es sich nicht erlauben, jemanden zu vergraulen.

Es ist sicherlich unternehmerisch vernünftig, so zu denken.
Umso bewundernswerter, wenn ein Veranstalter das Risiko eingeht und sich für eine Band entscheidet, die eigene Musik spielt.

Aber bei unseren Auftritten habe ich die Erfahrung gemacht, dass die Leute wirklich neugierig sind und offen für neue Musik.
Die typische „Wir spielen die besten Partykracher von 1970 bis heute“-Nummer funktioniert natürlich klasse auf Geburtstagsfeiern, Betriebsfesten und Hochzeiten. Und da gehört sie definitiv auch hin.

Aber wer sich als Erwachsener schon mal aus dem Sofa schält um irgendwo hinzugehen und etwas anderes als die „Spielfilm-Tagesthemen– Bett“-Routine zu erleben, will sich amüsieren und lässt sich auch gerne überraschen.
Über die Schulterklopfer dieser Nachteulen nach einem Gig freue ich mich immer ganz besonders (grinst).

Heißt das, dass Du gar nicht vor großem Publikum spielen willst ?

Nein, das heißt es ganz und gar nicht. Natürlich will ich das! Aber das geht nicht so von jetzt und gleich und ist in unserem Fall auch nicht ganz einfach.

Warum? Was macht es denn schwierig?

Um auf großen Bühnen zu spielen, musst Du auch ein großes Publikum ziehen, also bekannt sein. Dieses Publikum musst Du Dir auch erst mal erspielen. Das ist aber schon in kleinen Läden nicht so einfach, denn die Leute kommen nicht in Scharen voller Enthusiasmus in Clubkonzerte um hinterher für immer Fans zu sein und auf jedes weitere Konzert der jeweiligen Band zu gehen.

Woran, glaubst Du, liegt das?

Ich hab´ für unsere Band da so eine Theorie, dass es daran liegt, dass wir mittlerweile alle die 20 leicht überschritten haben.

Was hat das eine denn mit dem anderen zu tun?

Eine ganze Menge, denke ich. Wenn Du so zwischen 15 und 20 oder etwas drüber bist, und in einer Schülerband spielst, dann hängt da auch immer ein ganzer Rattenschwanz von gleichaltrigen Schulfreunden dran, der auf Deine Konzerte pilgert, einfach, weil es ein Happening ist und man als Schüler gerne die Nacht zum Tag macht und drauf sch***t, ob man am nächsten Morgen früh aufstehen muss. Im Gegenteil – es ist sogar ziemlich cool, wenn Du am Tag nach dem Konzert in der Schule erzählen kannst, wie cool es war und dass Du zu Hause voll Ärger gekriegt hast, weil Du erst um halb drei zu Hause warst. Da gibt’s schon fast so eine Art Gruppendruck „dabei zu sein“, sofern die Band “angesagt” ist.

Als Erwachsener im Berufsleben oder auch im Studium sieht das meist ganz anders aus. Da kommst Du abends völlig fertig nach Hause und packst Dich auf die Couch. Und wenn Du da erst mal sitzt oder liegst und entspannst, überlegst Du Dir zwei Mal, ob Du noch mal aus dem Haus gehst, um Dir die halbe Nacht um die Ohren zu schlagen und am nächsten Tag wohl möglich total übermüdet bei der Arbeit aufzuschlagen, die eigentlich Deine ganze Energie erfordert. Wenn´s ganz blöd läuft, dann machst Du da auch noch einen blöden Fehler, den Du wieder ausbügeln musst und alles nur, weil Du ein paar Bierchen trinken warst und irgendeiner mehr oder weniger bekannten oder unbekannten Band deine Aufmerksamkeit geschenkt und sie nach deiner Rückkehr vorm viel zu späten zu Bett gehen nach ein paar Klicks auf ihre YouTube-Videos noch schnell bei Facebook geliked hast, um dann endlich in die Federn zu fallen.

Also, ich glaube, es ist einfach schwieriger, die Leute jenseits der 20 vor die Bühne zu bekommen, einfach, weil der Alltag im Weg ist und es bequemere Wege der Unterhaltung gibt.

Vielleicht solltet ihr es bei einem jüngeren Publikum versuchen?

Das würde so nicht funktionieren, denn sobald wir in einer Raucherbar spielen, ist der Eintritt erst ab 18. Außerdem fürchte ich, dass ich den zügellosen Sexappeal eines J.B., den man für ein jüngeres Publikum zwingend braucht, in diesem Leben wohl nicht mehr adäquat auf die Bühne bringen werde. (kurze Pause)
Wobei ich auch daran noch arbeite (grinst wieder)

J.B.? Du meinst Justin Bieber?

Häh? Nee, ich meine natürlich James Brown.

Ach so!

(Kurze, peinliche Stille)

Das war´s dann erst mal?

Einen Stichpunkt hab´ ich noch auf dem Zettel: Die Vision!

Ach ja, richtig.
Also, meine Vision, wenn man das so nennen kann,  für Live ist, meine Songs sowohl auf der kleinen wie auch auf der großen Bühne zu präsentieren. Ich will einfach mehr Leute ansprechen und diese spannende Reise mit ihnen teilen.
Und wenn ich schon bei einer Vision bin: Ich würde mich freuen, wenn ich den eben erwähnten, verantwortungs-überladenen und alltagsgestressten Menschen zeigen könnte, dass man auch als Erwachsener Riesenspaß an seiner Freizeit haben kann und das Leben so richtig genießen kann – so wie man es als Teenager gemacht hat.
Ich meine so mit allem drum und dran – mit all dem überschwänglichen Enthusiasmus und dem Gefühl, dass der Rest der Welt einen mal kann, so lange man verrückt genug ist, sich hin und wieder mal dem besonderen Moment abseits des Alltags hinzugeben.

Musik ist für mich etwas magisches, so wie Filme, Bilder, Bücher und die ganze restliche Kunst:
Sie ist nicht nur Unterhaltung, sondern erinnert uns daran wer wir sind, wer wir waren, und wer wir sein wollen.

Und genau das will ich rüberbringen!

 

(lange, nachdenkliche Pause)

 

Ian, danke für Deine Zeit.

Dito!

 

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Interview (2) : Vom Album zur Liveband (Ian spricht mit Ian) http://ianrobinson.de/interview-vom-album-zur-liveband-ian-spricht-mit-ian/ Sat, 29 Nov 2014 17:48:40 +0000 http://ianrobinson.de/?p=188 Hallo Ian, vielen Dank, dass Du Dir nochmal Zeit für ein Interview genommen hast.

Gern geschehen (lächelt ein bisschen weniger verlegen als beim letzten Interview)

Seit “The kingdom is you” ist nun schon einige Zeit vergangen. Was ist in der Zwischenzeit passiert?

Oh, eine ganze Menge und vor allem eine ganze Menge unerwartetes!

Zum Beispiel?

Zum Beispiel, dass ich mittlerweile mit einer Band auch live unterwegs bin.
Als ich das Album fertig hatte habe ich eigentlich gedacht, dass es mir erst mal zu Hause gemütlich machen könnte, während sich mein Album über das Internet verkauft.

Das hat so nicht geklappt?

Nee, nicht ganz so. Ich habe tatsächlich den Aufwand unterschätzt, den man für die Promotion eines Albums eines weitgehend unbekannten Künstlers treiben muss, um damit auch kommerziell erfolgreich zu sein.
Ich dachte, über die modernen, digitalen Vertriebswegen würde sich mein Album quasi von allein verkaufen, sodass ich mich in Ruhe um neue Songs kümmern könnte.

Und da warst Du auf dem Holzweg?

Ich will´s mal so sagen:
Für mich persönlich hat sich der Nutzen bisher ziemlich in Grenzen gehalten. Grenzenlos war aber meine Überraschung, als ich erfahren habe, dass mein Album in Kanada gekauft wurde. Wenn ich  vor 10 Jahren jemandem erzählt hätte, dass ich mein Album ohne jemals einen Fuß in das Land gesetzt zu haben dorthin verkauft habe, dann hätte man mir einen Vogel gezeigt und mich als Spinner abgestempelt. Dank Internet sind solche Geschichten aber schon eher die Regel als die Ausnahme. Ja, ja, die Welt ist ein Dorf geworden (lacht).

Hat der Titel “Album mit dem schlechtesten Cover aller Zeiten”, den Du selbst Deinem Album gegeben hast,  bei der Promotion geholfen?

(lacht schon wieder amüsiert) Naja, es ist ja kein offizieller Begriff und insofern hat es bei der Promotion keine Rolle gespielt. Vielleicht sollte ich darüber mal nachdenken (grinst amüsiert). Nee, mal im Ernst: ich habe nur hier und da mal erwähnt, dass ich das Album mit dem schlechtesten Cover aller Zeiten produziert habe und das obwohl der Kerl auf dem Bild so schlecht nun auch wieder nicht aussieht (grinst und zwinkert ironisch).

Was stört Dich an dem Cover?

Ich finde, es sieht ziemlich zusammengeschustert aus, was nicht verwunderlich ist, weil ich es selbst gestaltet habe und nicht gerade über ein ausgeprägtes visuell-gestalterisches Talent verfüge. Eigentlich wollte sich jemand professionelles darum kümmern, aber da ist kurzfristig etwas schief gegangen und weil schon alles beim Presswerk lag und nur noch auf die Druckvorlage des Booklets wartete habe ich selbst Hand angelegt. Im Nachhinein muss ich sagen, dass ich das lieber hätte lassen sollen, aber hinterher ist man immer schlauer. Außerdem wollte ich das Teil damals einfach nur endlich fertig haben.

Könnte man sagen, dass Du vom Ergebnis enttäuscht bist?

Nein, soweit würde ich nicht gehen. Es ist ja nur ein Cover und es kommt eher auf den Inhalt an als auf die Verpackung.

Bei unserem letzten Interview hast Du mir erzählt, dass Du im Studio alleine arbeitest und live erst mal nichts geplant wäre. Wie kam es nun zur Zusammenarbeit mit Deiner Band?

Im Prinzip ist das der Hartnäckigkeit einer Sängerin zu verdanken, die mich gedrängt hat, endlich auch live etwas an den Start zu bringen. Anfangs habe ich mich ein bisschen gewehrt, weil ich eigentlich lieber erst mal weiter neue Songs komponieren wollte um gleich genug “Programm” zu haben, aber sie hat mich überzeugt, dass es Zeit war, die Musik auf die Bühne zu bringen und es nicht notwendig ist, gleich mit dem 3-Stündigen Marathonkonzert zu starten. Im Endeffekt hat sie absolut Recht gehabt und ich bin froh, dass sie mich nicht vom Haken gelassen hat. Meine anfängliche  Befürchtung, dass ich nicht mehr zum komponieren kommen würde hat sich dann auch nicht bestätigt, sondern ins komplette Gegenteil verkehrt.

Inwiefern?

Ich habe gelernt, dass ich meine Songs nicht komplett ausarrangieren muss, damit die Jungs für “Live” etwas daraus machen können. In vielen Studioversionen meiner Songs sind eine Menge Synthesizer zu hören, die wir live so nicht zur Verfügung haben. Die Jungs hören sich meine Entwürfe an und greifen die Essenz der Songs immer schnell auf und so basteln wir gemeinsam eine amtliche Live-Version. Es reicht sozusagen der Grundbau und so komme ich in die luxuriöse Situation, dass ich live etwas anderes anbieten kann als in der Studioversion. Und das bedeutet für mich, dass ich mich im Studio so richtig austoben kann. Ich muss mir keine Gedanken machen, wie die Musik dann live klingt. Die Jungs machen das schon. Ich brauch´ mich nur um neue Songs kümmern und durch diese Freiheit sind mittlerweile genug Songs entstanden, um ein weiteres Album zu füllen. (seufzt). Jetzt muss ich die nur im Studio endlich fertig bekommen (grinst).

Wie habt ihr als Band zusammengefunden?

Ich habe vor vielen Jahren mal mit Björn zusammen in einer Band gespielt – da habe ich gelegentlich im Background gesungen und auch das ein oder andere Stück als Leadsänger präsentiert. Mann, wir waren damals drei Sänger in der Band, das hat riesig Spaß gemacht, auch wenn´s nur Coversongs mit einem gelegentlichen “Einwurf” eines eigenen Stückes, waren. Naja, wie das manchmal so ist, haben sich unsere Wege irgendwann getrennt und Björn hat damals zu mir gesagt “wenn Du mal was mit Deiner eigenen Musik machst, dann sag´ ruhig Bescheid”.
Als ich ein paar Jahre später dann so weit war, habe ich mich daran erinnert und Björn angerufen und er hat sofort “ja” gesagt, womit ich eigentlich nicht gerechnet habe, denn er hat wirklich immer viel auf dem Zettel und immerhin war ja inzwischen auch eine Menge Zeit  vergangen. Aber so kam die Sache ins Rollen. Björn fragte, wer denn noch so dabei wäre und ich habe ihm gesagt “Niemand, bisher nur Du und ich”. Darauf hat Björn Markus als Gitarristen vorgeschlagen und der war auch sofort dabei. Dann kam Falk dazu, der sich als Bassist auf eine Anzeige im Internet gemeldet hat und es hat sofort gepasst. Die Kombination Falk plus Björn sorgt seitdem immer für gute Laune und eine lockere aber trotzdem konzentrierte Atmosphäre.
Für ungefähr 2 Proben hatten wir sogar einen Keyboarder, der aber leider in ein anderes Bundesland gezogen ist, um dort zu studieren und die Suche nach einem anderen Keyboarder verlief lange ergebnislos. Die Jungs haben mich schließlich zu einer Notlösung überredet und seitdem spiele ich zumindest die Klavier- und E-Piano -Parts selbst. Ist nicht die schlechteste Lösung, wie sich mittlerweile herausgestellt hat (lächelt, und nach einem kurzen Moment des Nachdenkens) Und so lange Markus die Soloparts mit der Gitarre übernimmt kann auch nichts schief gehen.

Dann bleibt mir nur, euch viel Spaß und Erfolg zu wünschen

Danke sehr. Kann ich noch jemanden grüßen?

Natürlich.

Ich grüße alle, die dieses Interview lesen und freue mich, dass ihr offensichtlich für einen Spaß zu haben seid. Bis bald auf einem unserer Konzerte!

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Interview (1) zum Album “The kingdom is you” (Ian spricht mit Ian) http://ianrobinson.de/interview-zum-album-the-kingdom-is-you/ Sat, 29 Nov 2014 17:45:20 +0000 http://ianrobinson.de/?p=185 Hallo Ian, vielen Dank, dass Du die Zeit für dieses Interview gefunden hast!

Kein Problem – immerhin ist´s ja ein Selbstgespräch (lächelt verlegen)

Dein Album ist nun endlich fertig geworden. Was freut Dich daran am meisten?

Dass ich mir nun nicht mehr die Frage anhören muss, was mein Album macht und wann es endlich fertig ist.

Das klingt nach einer schwierigen Geburt…

Das kann man wohl sagen! Das Ganze hat wesentlich länger gedauert, als ich es mir jemals hätte träumen lassen. Aber so ist das eben, wenn das Leben dazwischen kommt…
Immerhin war ich schneller fertig als Axl Rose mit seinem letzten Album – dafür hat er 14 Jahre gebraucht (lächelt).

“The kingdom is you” – also “Du bist das Königreich”  lässt einen religiösen Hintergrund vermuten…

Ja, das klingt so, aber im Prinzip kann man das “Kingdom” auch durch ein “Paradise” ersetzen, nach dem die meisten Menschen wohl suchen. (Nach kurzem Nachdenken) Oh, shit, “Paradies”- das ist ja schon wieder religiös. O.k, also nochmal anders: In “the kingdom is you” geht es darum, dass Du alles, was Du zu Deinem Glück, zur Verwirklichung Deiner Träume brauchst schon in Dir trägst. Ich sehe das komplett unabhängig von Religion. Ich finde nur das Bild eines “Königreiches” äußerst passend, da es bedeutet, dass Du als König über Dein eigenes Reich im Inneren herrscht.

Also die gute alte “Du kannst alles erreichen, wenn Du  nur daran glaubst” Message?

Ganz genau. Und ich glaube wirklich daran. Einzig der Weg dahin ist oft ziemlich steinig und manchmal fehlt einem die Fantasie, sich vorzustellen, dass man es schaffen kann. Oder die Kraft dranzubleiben (blickt nachdenklich aus dem Fenster)

Gut, soviel also zum Titel – verlier´ doch mal ein paar Worte über den Inhalt Deines Albums…

Naja, was soll ich da erzählen. Es sind halt 11 Songs, die auf CD gepresst sind.

Die allesamt aus Deiner Feder stammen?

Richtig.

Und die sich stilistisch in verschiedenen Genres bewegen. Ich hab´ mir Deine CD ein paar Mal angehört und finde sie sehr gelungen.

Danke sehr. Kommt noch ein “aber”?

Ja, ein klitzekleines.

Na dann schieß mal los!

Ich vermisse ein wenig den roten Faden, der die Songs zusammenbringt. Ich kann keinen eindeutigen, durchgehenden Stil erkennen.

Naja, das mit dem Stil ist immer so eine Sache und eine, über die die meisten Musiker sich irgendwann einmal Gedanken machen müssen, weil sie früher oder später danach gefragt werden.  Die Frage, die sich dann immer stellt ist, was der eigene Stil eigentlich ist, in welche Richtung die Musik geht. Ich kann da natürlich nur von mir sprechen, aber wenn ich jetzt höre, dass es stilistisch in meinem Album bunt zugeht, dann würde ich dazu sagen, dass das dann eben mein Stil ist. Ich mache die Musik, die mir einfällt und das, was mir einfällt wird sicherlich beeinflusst durch die Musik, die ich selber höre und mag. Ich höre zu 99% Musik aus den 80er Jahren und dieses Jahrzehnt ist ja geradezu legendär für seine bunte Vielfalt – auch und gerade in der Musik. Diesen Einfluss verarbeite ich natürlich – ob ich will oder nicht (grinst). Kann sein, dass dem Album deshalb so ein bisschen der rote Faden fehlt, der es einem bestimmten Genre zuordnen würde, aber das geht für mich in voll in Ordnung. Ich sehe in einem Album einen Schnappschuss der Arbeit eines Musikers oder einer Band zur jeweiligen Zeit und so ist es auch bei “The kingdom is you”.

Das offenbar vor allem ein Schnappschuss Deiner Arbeit ist, denn im Booklet ist nichts von einer Band zu lesen…

Das ist richtig. Ich habe das Album zu fast 100% allein eingespielt.

Zu wie viel Prozent denn genau?

Zu circa 99,4 Prozent. Es gibt zwei kurze Gastauftritte eines Musikers, der anonym bleiben will, und den ich deshalb nicht als Musiker, sondern als “Special Services” Provider im Booklet genannt habe. Soviel zur Anonymität. Sorry, Dimi! (lacht).

Gibt es einen Grund für Deinen “Alleingang” im Studio?

Beim Komponieren, arrangieren und aufnehmen arbeite ich am liebsten allein, weil ich eine klare Vorstellung davon habe, wie ein Song klingen soll. Und das kann ich am Besten alleine umsetzen, auch wenn´s dann manchmal eben ein bisschen länger dauert.

Alos fühlst Du dich bei Deiner Arbeit durch andere Musiker gestört?

Nein, das nicht. Aber wenn sich andere Musiker an diesem Prozess beteiligen, dann kann ein Song in eine ganz andere Richtung gehen, als ich es mir vorstelle und ich muss letztlich damit leben, dass er völlig anders klingt als in meinem Kopf. Ich möchte aber die Musik machen, die in meinem Kopf ist. Und ich möchte keinen Musiker verletzen, wenn ich ihm sagen muss, dass mir seine Idee nicht gefällt oder ich es lieber anders hätte. Jeder Musiker hat eine andere Vorstellung von der Musik, die er spielt oder komponiert und die sollte er jederzeit einbringen können. Ich würde zum Beispiel einem guten Gitarristen nicht zumuten wollen, eine meiner sehr reduzierten Gitarrenlinien spielen zu müssen und sich damit quasi “unter Preis” zu verkaufen. Andererseits möchte ich auch kein super-abgefahren-virtuoses Zeug machen. Es geht mir halt um den Song, wie er in meinem Kopf existiert oder wie er entsteht, wenn ich mich alleine mit ihm beschäftige. Wenn ich das tue, dann fühle ich mich der kreativen Kraft, die in unserer Welt herrscht am nächsten – das gibt mir einen Kick und das kann ich stundenlang machen. Das nennt man wohl flow.

Gib´ doch mal eine kurze Zusammenfassung des Albums – so Track-by-Track, für alle, die noch nicht reingehört haben

Puh, o.k. (holt tief Luft)
Also, der erste Track heißt Boomerang und  ist eine Art Rock-Dance-Nummer mit viel Bass und e-Gitarre. Hat für mich einen leicht aggressiven, tanzbaren Touch.
Numero zwei ist etwas gemäßigter in Tempo und Sound und beschäftigt sich textmäßig damit, dass die Menschheit dazu tendiert, seine Helden zu vergessen bzw. nicht aus ihrer Message zu lernen und ständig die gleichen Fehler zu machen, die dazu führen, dass wir die gleichen unnötigen Dinge wie Krieg, Verfolgung, Hunger und so weiter immer wieder erleben, obwohl wir sie verhindern könnten. Fazit ist, dass wir vielleicht irgendwann keine Helden mehr haben die uns vor uns selbst retten, wenn wir so weiter machen.

Harter Tobak…

Du sagst es.

Track Nummer drei?

Ist der Titeltrack des Albums. Eine Ballade mit ordentlich Drama am Ende. Worum es darin geht, habe ich ja schon erzählt. Für den Song habe ich eine tolle Videoidee, an der ich gerade arbeite. Leider habe ich kein Budget zur Verfügung, um das Video “in echt” zu drehen, also habe ich mir kurzerhand eine Software besorgt und mache eine Art Computerfilm daraus. Ist eine Schweine-Arbeit, aber demnächst fertig.
(Anmerkung: Das Video ist mittlerweile fertig und kann hier angesehen werden: The kingdom is you video

Tired of loving you heißt der vierte Song…

Eine zackige, funkige Nummer mit einem Solo, für das ich ewig gebraucht habe, weil ich nicht gerade der stärkste Gitarrist bin. Oh Mann, die paar Takte hätte ein amtlicher Gitarrist wahrscheinlich in einem Take hingelegt – ich habe dafür Stunden gebraucht. Aber ich finde, der Aufwand hat sich gelohnt.

Und : Track Nummer fünf!

Another gloomy afternoon – kurz, knackig, funky mit einer orientalisch anmutenden Gitarre in der  Bridge und einem Bläser-gestützten, fetzigen Outro.
Ich kürz´ mal ein bisschen ab: “I will carry you” und “Waiting my time” sind zwei getragene Balladen, Everything I want geht ein bisschen in die Funk-Ecke und hat einen leicht anrüchigen Text, Love me kommt halb-rockig daher, und dann wären da noch How are we to know und That gimme time thing – ersterer ist ein Gitarrensong, der sich textlich damit befasst, dass man sich um seine Träume kümmern sollte, unabhängig davon, ob die Zeiten dafür günstig sind und letzterer ist ein bluesiges Stück, dass sich mit dem Satz “Gib´ mir einfach ein bisschen Zeit” befasst, der in Wirklichkeit “Das war´s und Tschüß” heißt – meistens jedenfalls.

Wie soll es jetzt nach dem Album weitergehen? Gib´ mal einen kleinen Überblick!

Also, zunächst einmal werde ich mich ein wenig um die Promotion des Albums kümmern. Dafür werde ich mal sehen, was das Internet für mich tun kann.
Und dann werde ich mich gleich an das Schreiben neuer Songs machen.

Live ist also erstmal nichts geplant?

Erstmal nicht, nein. Ich möchte einfach gerne ein paar Songs mehr im Gepäck haben.

Also dann: Viel Spaß beim “Koffer packen”. Danke für das Interview.

Thanks for having me!

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